... es beginnt mit einem verstohlenen Blick. Ein Zimmer, ein Bett, ein Fenster. Üppige Pflanzen schieben sich sanft in das Bild. Eine Verbindung von Innen und Außen. Stille. Licht fällt durch halbtransparente Vorhänge, streift eine zerwühlte Decke, verliert sich auf dem Boden. Doch etwas irritiert.

Die Szenen wirken vertraut, fast intim, aber beim Betrachten entsteht ein leiser Zweifel. An Pandora erinnernd, die einst den Deckel einer betörend verheißungsvollen Büchse hob und damit das Verborgene ins Licht entließ, öffnet sich auch hier ein Moment, der mehr enthüllt, als er fassbar macht – eine Schwelle zwischen Wirklichkeit und Simulation, zwischen Vertrauen und Verstörung.

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Inhalt

Drei Essays und 33 Bilder

die das Thema und seinen kunsthistorischen Kontext beleuchten

Über den Künstler

Markus Lehr (*1959) ist bildender Künstler, Fotograf und Kurator in Berlin. Seine Arbeiten wurden in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Großbritannien und in China gezeigt.

Zentral für sein fotografisches Werk ist die Auseinandersetzung mit urbanen und postindustriellen Landschaften – Bildräume, in denen verlassene Objekte und architektonische Strukturen als Zeugnisse gesellschaftlicher Transformation hervortreten und eine Bildsprache von Vergänglichkeit und Erinnerung entfalten. Seine hybriden Bildwelten wandeln zwischen Faktischem und Imaginärem und fordern gewohnte Wahrnehmungsmuster heraus. Sein Werk positioniert sich im Spannungsfeld zwischen menschlicher Wahrnehmung und algorithmischer Vorstellungskraft – und fragt danach, wie Technologie verändert, was und wie wir sehen.